Ein Teil von Kairo mitten in Berlin

Catherine Mancera hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist Kairos nach Berlin zu holen. Mit ihrem Festival „Spirit of Cairo“ ist ihr das für das Wochenende vom 11. bis zum 13. September gelungen! Lest hier mein Interview mit ihr.

Highlight des Festivals war die große Galashow am Samstag Abend. 4,5 Stunden Show, ein bebender Saal und durchgeschwitzte Zuschauer – all das sollte mich an diesem Tag erwarten.

Seht selbst, welch großartiges Line-Up ihr verpasst habt:

Erster Teil Zweiter Teil
Orchester Mazzikatea Europe
Ensemble Eshtah + Catherine Mancera
Competition Gewinnerin
Gordana
Dana Vahida
Cihangir
Natalia Kalinina
Ensemble Lazurie
Lina
Irinita Juman
Trio Shafran
Shams el Shemouse
Delanna
Dabke Ensemble
Fashion Show Trainingskostüme
Fashion Show Hisham Osman
Elena
Shalymar
Daniela Hunaida
Ensemble Eshtah
Catherine Mancera
Tito Seif
Dandash

Ich würde gern zu jedem einzelnen Künstler etwas schreiben, aber ich glaube, das würde diesen Artikel sprengen. Also erzähle ich euch von den TänzerInnen, die mich am meisten beeindruckt haben.

Orchester Mazzikatea Europe
Orchester Mazzikatea Europe

Eröffnet wurde der Abend jedoch nicht von Tänzern, sondern von dem großartigen Orchester Mazzikatea Europe. Diese Band, die sich auf orientalische Musik und auf die Begleitung von orientalischen Tänzerinnen spezialisiert hat, durfte ich schon bei dem Festival 360° Orient bewundern. Es ist einfach etwas ganz Besonderes, dass ein Tanzabend von Live-Musik begleitet wird. Die Energie von Tänzerin und Musikern multipliziert sich auf der Bühne und macht die Musik für die Zuschauer spürbar.

Das Ensemble Eshtah und ihre Lehrerin Catherine Mancera sind die ersten Tänzerinnen des Abends. Die Ensemble-Mädels sind noch relativ jung, tanzen aber sehr schön, zeigen tolle Formationen und strahhlen eine große Freude aus.

Gordana
Gordana

Shams el Shemouse – die Ukrainerin lebt mittlerweile in Kairo und das sieht man ihrem Tanzstil auch an. Sie tanzt mit einer riesigen Portion Humor und so musste ich bei ihrer Performance nicht nur einige Male Schmunzeln, sonder auch hin und wieder richtig Lachen. Es macht einfach Spaß ihr zuzuschauen.

Delanna ist ja nun schon eine alte Bekannte. Sie bringt immer eine riesige Portion Energie auf die Bühne. Als ich ihr in Berlin zugeschaut habe, kam mir der Gedanke, dass sie auf der Bühne ihr inneres Kind herauslässt. Ihr Gesicht zeigt eine Begeisterung und Freude, wie ich sie oft in Kinderaugen sehe. Zu Ihrer klassischen Performance kam noch ein Trommelsolo mit Mohammed Zaki hinzu – toll improvisiert von beiden.

Auch Catherine Mancera zeigt uns eine wunderschöne Improvisation zu Live Musik. Sie tanzt voller Gefühl und macht uns die Musik sichtbar. Erst als ich nun das Video ihrer Performance (siehe unten) gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass ihr Tanz ganze neun Minuten lang war, obwohl er mir an dem Abend sehr kurzweilig vorkam. Auch die Länge der Tänze ist ungewöhnlich für eine Galashow und erinnert noch mehr an Ägypten, wo lange Tanzeinlagen normal sind.

Tito Seif
Tito Seif

Tito Seif – endlich. Ja, ich gebe es zu, trotz den ganzen tollen Tänzern des Abends habe ich auf ihn gewartet und natürlich wurde ich nicht enttäuscht. Am Ende des Abends wechseln Tito und Dandash sich mit ihren Performances ab. Und davon ist jede ein Erlebnis für sich. Tito beginnt mit seinem Berühmten Saidi mit 4 Stöcken. Er scheut sich nicht, diese lautstark auf den Boden knallen zu lassen und weckt damit auch den letzten müden Zuschauer. Später kommt er widerholt mit wechselnden Kostümen auf die Bühne. Er sprüht vor Energie und zeigt uns seine präzisen Hüftschwünge. Am liebsten mag ich aber seinen Humor und seine kleine Zahnlücke. Er bringt die Zuschauer einfach dazu, sich mit ihm zu freuen – über die Performance, die Musik und den Moment.

Dandash
Dandash

Dandash beendet zusammen mit Tito den Abend. Auch sie kommt mehrere Male auf die Bühne. An ihr sehe ich die faszinierende Fähigkeit, die besonders ägyptischen Tänzerinnen anhaftet: sie zieht das Publikum sofort in ihren Bann. Dabei muss sie sich nicht einmal anstrengen, die kleinsten Bewegungen und Gesten reichen. damit die Zuschauer durchdrehen. Sie kontrolliert innerhalb der ersten Sekunde jeden im Saal. übrigens auch die Musiker, die ihr stets folgen und auf jede ihrer unausgesprochenen Anweisungen reagieren. Auch sie tanzt mit sehr viel Humor und hat dabei keine Berührungsängste. So kommt sie zwischendurch auch einfach ins Publikum, setzt sich bei einer Zuschauerin auf den Schoß und hat einfach nur Spaß. Für einige deutsche Besucher war es vielleicht ein Kulturschock, aber ein guter. 🙂 Nach dem Finale bekommen wir noch eine Überraschung von Dandash. Sie schnappt sich ein Mikrofon und beginnt zu singen, es war einfach toll.

Tito Seif
Tito Seif

Insgesamt ist mir aufgefallen, dass in dieser Show der reine äqyptische Tanz in seinen vielen Facetten gezeigt wurde – jedoch keinerlei Fusion oder Trends. So gab es weder Isis-Wings, noch Voi, noch LED-Kostüme… Hat es deswegen an Abwechslung gefehlt? Auf keinen Fall! Diese Show hat gezeigt, dass der Orientalische Tanz an sich genug Abwechslung biete um ein abendfüllendes Programm zu gestalten. 4,5 Stunden fühlen sich an, wie ein paar Minuten, die Zuschauer können sich kaum auf den Stühlen halten und schwitzen vor lauter Klatschen und Mitwippen.

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