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Kindertanz – darum lieber ohne Eltern

Februar 6, 2017

Viele Eltern schicken ihre Kinder schon im Kindergartenalter zum Tanzunterricht. Zuerst möchte ich sagen: Glückwunsch für diese gute Entscheidung. Tanzen ist perfekt um die Entwicklung des Kindes in motorischer, sozialer und kreativer Hinsicht zu fördern. Oft gibt es aber Diskussionen darüber, ob die Eltern während des Unterrichtes im Raum bleiben und zuschauen dürfen.

Die Sicht der Eltern

Die Eltern möchten natürlich erst einmal gerne wissen, was wir da überhaupt mit den Kindern machen. Viele können sich gar nicht vorstellen, wie eine Tanzstunde abläuft. Dieser Wunsch ist sehr verständlich und man sollte es Ihnen genau erklären.

Einige Eltern sind aber auch an dem Lern-Fortschritt der Kinder interessiert. Sie möchten schauen, ob die Übungen und Tänze mit der Zeit schwieriger werden und ob die Kinder auch wirklich etwas „sinnvolles“ machen, oder ob sie „nur“ spielen. Ich bin zwar von dem Leistungsdruck, der schon bei so kleinen Kindern herrscht nicht begeistert, kann aber verstehen, dass die Eltern wissen möchten, ob sich das Geld für den Tanzunterricht auch lohnt.

Ich habe dafür Zuschau-Stunden eingeführt, die normalerweise vor den Ferien statt finden. Hier können die Eltern eine Stunde besuchen und sehen, was die Kinder bei mir lernen. Einige Wochen vorher bereite ich die Kinder darauf vor, dass demnächst die Eltern eingeladen sind und somit sind sie an dem Termin auch nicht so nervös.

Einige Kinder haben am Anfang natürlich Scheu vor einer neuen Lehrerin, einem neuen Raum und  der ganzen unbekannten Situation. Gerade bei den kleinsten Schülern ab 3 Jahren gibt es oft Tränen. Da muss man sehr sensibel sein und sich das Vertrauen der Kinder verdienen. Verständlicherweise ist es für die Eltern schwer in einem solchen Moment ihr Kind alleine zu lassen. Meist hat sich dieses Problem in den ersten Minuten oder spätestens nach der ersten Stunde erledigt.

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Die Sicht der Tanzpädagogen

In meinem eigenen Unterricht bin ich strikt dagegen, die Eltern zuschauen zu lassen. Das stellt mich oft vor Diskussionen. Aber habe ich mich nicht aus reiner Willkür dazu entschieden, sondern habe handfeste Gründe.

Sobald ihre Eltern zuschauen gibt es bei Kindern zwei Reaktionen. Die einen werden nervös und scheu und trauen sich nicht wirklich aus sich herauszugehen und neue Tanzbewegungen auszuprobieren. Die anderen sind nur darauf bedacht, ihren Eltern alle möglichem Schritte zu zeigen. In beiden Fällen gilt viel Aufmerksamkeit den Eltern und nicht der Tanzlehrerin oder der Gruppe.

Wie oben geschrieben gibt es bei den kleinsten Tänzerinnen hin und wieder noch Trennungsängste. Um es den Kindern leichter zu machen, möchten die Eltern dann gerne im Raum bleiben. Meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es dadurch oft schlimmer wird. Die Kinder gehen dann oft zurück zu ihrer Mama und möchten beschützt oder getröstet werden. Wenn die Mama jedoch gar nicht im Raum sind, dann sind die Kinder so abgelenkt von den anderen Kids und den lustigen Spielen, dass sie die draußen wartende Mama schnell vergessen.

Zu guter Letzt denke ich, dass man den Kindern einfach mal Zeit für sich gönne sollte. Sie sind bei uns Tanzpädagogen in guten Händen und können sich im Tanzsaal ganz auf die anderen Kinder, die Spiele und die Tänze konzentrieren. Sie werden zu Hause ganz von alleine von der Stunde erzählen und zeigen wie gut sie nun auf einem Bein balancieren können. In den Vorführstunden können sie dann stolz ihre eingeübten Tänze präsentieren.

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