Mein Leben ohne Wecker

Jep, ihr habt das schon richtig verstanden. Ich lebe ohne Wecker. Immer wenn ich das sage schaue ich in ungläubige Gesichter. Dabei finde ich das gar nicht so abwegig. Heute möchte ich euch erzählen, wie das für mich funktioniert.

Jeder kennt es, der Wecker klingelt, dann quält man sich noch eine halbe Stunde mit ihm rum, bis man endlich total matschig aufsteht. Das Klingeln wird irgendwann zu dem meistgehassten Geräusch. Jeder, der schon einmal sein Lieblingslied als Weck-Melodie beim Handy eingestellt hat, weiß wie sehr man es nach ein paar Wochen verabscheut. Ich habe mich immer gefragt, warum man den Tag mit etwas so Negativem, wie das Gefühl ungewollt aus dem Schlaf gerissen zu werden, beginnen kann.

Und dann ist Wochenende, man kann endlich ausschlafen – und wacht exakt zu der Zeit auf, zu der man sonst in der Woche aufsteht. Ja, wir haben diese innere Uhr. Wir trauen uns meist nur nicht uns darauf zu verlassen, wenn wir Termine haben.

Ich habe irgendwann einfach eingesehen, dass ich kein Morgen-Mensch bin. An den Tagen, an denen ich zu früh aufstehe, bin ich durchgehend am Gähnen und sehr unproduktiv. Wenn ich ausgeschlafen habe, dann kann ich direkt nach dem Aufstehen anfangen zu arbeiten und fühle mich bestens dabei. Das bedeutet nicht, dass ich jeden Tag bis 11 Uhr schlafe. Meist wache ich von alleine zwischen halb acht und acht auf. Dann bleibe ich noch ein wenig liegen, bis ich nicht mehr müde bin und stehe dann auf.

Bei mir gilt die Regel „Keine Termine vor 10:00 Uhr“. Dadurch habe ich morgens keinen Stress und kann entspannt in jeden Tag starten. Außerdem habe ich gelernt auf meine innere Uhr zu vertrauen. Oft höre ich „Wie kein Wecker? Oh nein, das wäre mir zu riskant.“. Tatsächlich habe ich aber, seit ich keinen Wecker mehr habe, noch nie verschlafen. Mein Körper weiß einfach, wann es Zeit ist aufzuwachen. Das Wichtigste ist, er wacht von alleine auf und wird nicht mitten in einer Tiefschlafphase aus den Träumen gerissen. Das ist nämlich der Grund, dass man sich dann morgens immer so schlecht fühlt. Es fühlt sich einfach viel gesünder und natürlicher an von alleine aufzuwachen. Welche Folgen der falsche Schlafrhythmus hat, wird auch in diesem Focus-Artikel beschrieben: Die Menschen haben das Schlafen verlernt. 

Vielleicht hast du jetzt diesen Text gelesen und direkt gedacht: Oh nein, das wäre niemals mit meinem Leben vereinbar. Ich gebe zu, dass ich das auch nur durchziehen kann, weil ich meine Arbeitszeit sehr frei einteilen kann und keine Kinder habe. 😉 Aber vielleicht hast du dir ja auch gedacht, dass es sich gar nicht so abwegig anhört und du ein Leben ohne Wecker auch einmal wagen könntest.

Hier sind noch einmal die wichtigsten Dinge zusammengefasst:

  • Finde heraus, was für ein Schlaftyp du bist. Gehst du lieber spät ins Bett und schläfst dafür länger oder anders herum?
  • Plane deine Arbeitszeit und deine Termine dementsprechend. Klar, das geht nicht in jedem Job. Aber wenn du selbstständig bist oder flexible Arbeitszeiten hast, dann ist es durchaus möglich.
  • Teste zuerst am Wochenende (nicht nach einer durchfeierten Nacht) zu welcher Uhrzeit du natürlicherweise aufwachst.
  • Vertraue auf deine innere Uhr.
  • Um dir Unsicherheiten zu nehmen, kannst du in den ersten Wochen einen Notfall-Wecker stellen, wenn du wirklich wichtige Vormittags-Termine hast. Danach kannst du dir das nach und nach abgewöhnen.

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Comments

  1. Hallo Jo,

    ich wache auch häufig auf, kurz bevor mein Wecker klingeln würde. Ganz auf ihn verzichten möchte ich sicherheitshalber nicht. Es lässt mich jedoch morgens als erstes schmunzeln, wenn ich wieder dieses „Glück“ hatte und als erste Tageshandlung die Weckfunktion für heute ausschalten kann.

    Was für mich dabei besonders hilfreich ist; Das Wissen um die eigenen Schlafphasen. Wie du so treffend beschrieben hast: aus einer Tiefschlafphase gerissen zu werden ist furchtbar.

    Wenn du jedoch weißt, in welchem Rhythmus deine Schlafphasen ablaufen, kannst du gezielter ins Bett gehen. Nämlich genau so, dass dein Bewusstsein zur geplanten Aufsteh-Zeit bereits an der Grenze zum wach werden ist. Viel angenehmer!

    Wie das genau funktioniert habe ich auf meinem Blog Bequemling.de beschrieben.

    Damit der Wecker so selten wie möglich klingeln muss…

    Herzlichen Gruß

    Steffen

  2. Hallo Jo,

    das ist ja witzig, heute auf Deinen Beitrag zum Wecker zu stoßen: ich habe meinen Wecker seit Montag konsequent vergessen zu stellen und bin dabei sehr glücklich. Heute morgen bin ich früher als sonst aufgewacht und war einfach fertig mit schlafen. Gestern war es etwas später und trotzdem noch in der Zeit. Seit heute morgen und jetzt noch Deinem Post, will ich es mal weiter beobachten und den Wecker weg lassen. Glücklicherweise hat meine bessere Hälfte neben seinem Bett so einen Sonnenaufgangs-Wecker (weiß nicht, wie die Dinger wirklich heißen) – der fängt innerhalb einer halben Stunde an den Raum langsam zu erhellen, um dann zum Ende das Radio laufen zu lassen. Das wäre dann die (angenehme) Notlösung 🙂

    Liebe Grüße
    Bianca

    1. Oh wie schön! Danke für deine Geschichte und ich freue mich, dass ich dich ein wenig motivieren konnte auch den Wecker wegzulassen. 🙂
      Man fühlt sich doch gleich viel besser, oder nicht?

    1. Hallo Sigrid,
      Danke für deine Erfahrungen. 🙂
      Vielleicht entspricht dein momentaner Zeitplan einfach nicht deinem natürlichen Schlafrhythmus?
      Viele Grüße
      Jo

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