Tänzer und Tattoos?!?

Erst einmal ein großes Danke an euch. Ich habe bei Facebook nach eurer Meinung gefragt und unglaublich viel Feedback zu dem Thema bekommen. Dieses versuche ich für euch hier einmal zu bündeln und zusammenzufassen.

Ich habe euch gefragt, ob sichtbare Tattoos bei Bühnentänzern passend, störend oder einfach egal sind. Mich hat die Meinung von vielen unterschiedlichen Personen interessiert und genau so vielfältig ist auch euer Feedback ausgefallen.

Kontra – Tattoos gehören nicht zu einem professionellen Auftreten

Ich mag Tatoos bei Tänzerinnen, speziell Oriental-Tänzerinnen, nicht. Bei Tribal ist es was anderes, da paßt es wieder.

Es kommt drauf an….

Ich finde Tattoos generell nicht schön und mag sie nicht. Aber, jedem das Seine. Beim Tanzen finde ich, es kommt auf das Tattoo und das Kostüm an. Manche fügen sich sehr schön. Andere stören mich. Manchmal wirkt ein Tattoo auf der Bühne auch nochmal anders, als aus der Nähe.

Natürlich, jedem das Seine. aber es gibt schon einige Tattoos, die mich als Zuschauerin richtig beim Genuss des Tanzes stören. Das ist aber sehr individuell. Es muss einfach alles zusammenpassen.

In der Regel gefallen mir Tatoos an einer orientalischen Tänzerin nicht, ich finde das passt oft nicht von Stil her. Wobei aber mir auch eine russische Tänzerin einfällt, wo ich das Tatoo passend finde. Es ist ein schmaler aber langer Schriftzug.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher. Bin selber kein Fan von Tattoos an Händen, Unterarmen, Kopf und Hals (also die direkten sichtbaren Flächen). Rumpf, Oberarme, Beine und Füße sind i.O.
Ich versuche mir gerade diverse Berufsgruppen mit offensiven Tattoos (also die zuerst Genannten) vorzustellen. Banker, Polizisten, Ärzte, Priester…
Auch bei Tänzern fände ich zu offensive (oder zu viele) Tattoos unpassend. Hat aber auch ein bißchen was mit dem Tanzstil zu tun (wie von euch schon mehrfach geschrieben). Klassische Balletttänzer mit Gesichtstattoo?! Interessante Vorstellung.
Aber am Ende ist es jedem selber überlassen wie er seinen Körper verziert (mal von einigen Berufsgruppen abgesehen, denen es untersagt ist sich offensiv zu tätowieren (Polizisten z.B.)).

Hierzu gibt es m.E. kein „Ja“ oder „Nein“ als Antwort. Das man ohne Tattoo orientalisch tanzen kann, steht außer Frage. Möchte man mit tanzen, sollten die Motive zur Tanzrichtung, zum Kostüm und zur Persönlichkeit der Tänzerin passen.
(Man stelle sich z.B. vor, ein Totenschädel ragt über den Rand des Rockes hervor – das ginge gar nicht … )
Das im Bild gezeigte Beispiel dagegen passt sicher gut, Kostüm, Figur der Tänzerin und Stil des Tanzes werden unterstützt bzw. ausgeschmückt.

Ich habe Tattoos, aber so, dass sie nicht beim Tanzen sichtbar sind. Mich stören sie an anderen nicht, wenn sie gut gemacht sind. Muss jeder selber wissen. Ich weiß allerdings, dass Tänzerinnen mit Tattoos bei Orientalischen Leuten nicht so gern gesehen werden. Tätowierte Frauen sind böse Mädchen. Tänzerin auch böses Mädchen. Tätowierte Tänzerinnen sind ganz ganz böse Mädchen ,-)

Tattoos? Klar, warum nicht?

Tätowierungen haben für mich einen nicht nur dekorativen Charakter, sondern auch ein tieferen Bezug zu einer von mir wichtigen Lebensgeschichte . Mein Fabelwesen der PEGASUS ist so eine tiefe Lebensgeschichte und ich trage ihn bereits seit fast 15 Jahren. Im November 2o13 kam dann das Ornament dazu und jetzt im April wird mein Projekt beendet / erweitert .
Wenn ich tanze betone ich ihn noch extra mit Öl / Glitzer , ich liebe es einfach und ich liebe Tattoos generell . Ich finde das beim Tanz sehr sehr ästhetisch und auch spannend <3
Tattoos sind für mich eine Art Symbol für Kraft und dem Zeichen sich für etwas zu entscheiden , vielleicht auch etwas rebellisch gedacht . Individualität und Einzigartigkeit . Man liebt sie oder man mag sie eben gar nicht . Wie mit allem im Leben ist und bleibt es reine Geschmackssache . Mir persönlich ist es wichtig , das man bei Tattoos nicht mit Modeströmungen geht , sondern das Ganze ganz klar lange überlegt und sich Gedanken man was man wirklich will .
Schon lange sind Tätowierungen mehr als nur Körperschmuck . Sie sind eine Lebenshaltung! Dass Tätowierungen und Tätowierte heute längst zum Alltagsbild gehören , ist eine mehr als erfreuliche Tatsache , denn es bereichert unser Leben – das des Tätowierten wie das des Betrachters .
So sehe ich das und so werde ich das IMMER sehen.
Danke am Malaica für das ausführliche Feedback

Genauso gut könntest Du körperliche Gebrechen, Konfektionsgrößen, Narben, Haarfarben oder Hautfarben in Frage stellen. Für mich ist das alles völlig irrelevant… es passt alles immer dann, wenn derjenige/diejenige genau das ausstrahlt!

Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Tattoos und Professionalität. Dann doch schon eher zwischen Professionalität und Kostümsünden….

Ich finde mittlerweile sollte man soweit sein, daß man Professionalität nicht mehr an persönlicher Körpergestaltung festmacht. Bei mir wie bei den meisten gehören meine Tatoos genauso zu meinem Körper wie alles andere an mir. In erster Linie gehen sie also keinen was an & niemand hat ein Recht mir zu sagen ob ich das machen sollte oder nicht. Wem es nicht gefällt, muss es sich nicht anschauen, zum Glück gefällt es aber bislang fast allen. An anderen Tänzerinnen gefallen mir Tattoos ebenso gut (ob nun Tribal, OT, Ballett oder sonst was) – natürlich spielt die Qualität des Kunstwerks immer eine Rolle & nicht alles trifft meinen individuellen Geschmack. Aber ich schaue mir eine Tänzerin meist auch eher wegen ihres Tanzes an & nicht in erster Linie um ihre Haut zu begucken. Selbst wenn es mir nicht gefällt – ihr scheint es zu gefallen & ich würde nicht auf die Idee kommen ihr deshalb mangelnde Professionalität zu unterstellen. 🙂

Ich kann mir eine Tribal Fusion Tänzerin ohne Tattoo nicht vorstellen …

Wollt ihr Tattoos sehen oder den Tanz? Wenn der Tanz gut ist interessiert mich weder das Kostüm noch der Rest der Optik!!!

Passt! Man drückt ja auch beim Tanz sich aus und wie man ist oder? Und eine hübsche Frau mit einem hübschen Tattoo ist doch top oder? Ich bin Hochzeits Fotograf und auch “ Schwer“ tätowiert und auch sichtbar und bis jetzt hat es keinen gestört.

Sichtbare Tattoos egal bei welcher Berufsgruppe, wäre mein Wunsch für die Zukunft!
Sie sagen nun mal nix darüber aus wie fähig jemand ist und dann sollten sie auch toleriert werden.
Toleranz beginnt auch schon dort! Es würde jedem helfen sich seiner eigenen Vorurteile bewusst zu sein, dass Tattoos (egal wo) nichts über Fähigkeiten oder Charakter aus sagen.
(Ich will niemanden damit persönlich angreifen, nur zum Nachdenken anregen)
Warum also nicht auch bei Tänzern (egal ob es zum Kostüm oder zur Show passt), Bankangestellten und bei der Polizei?!
Jedem optisch das was er mag, ohne Angst haben zu müssen keinen Job mehr zu finden.
Für mich persönlich dürfen es gerne mehr Menschen mit sichtbaren Tattoos werden, auch wenn ich nicht alle selbst schön finde (-;

Tattoos kommen für mich überhaupt nicht in Frage, mich stören die Aber bei anderen überhaupt nicht. Der Tanz und der Kontext ist interessant für mich.

Ich sehe das ziemlich entspannt, hab selber Tattoos und zeige sie nicht zwingend was „schön“ oder „passend“ ist liegt wohl im Auge des Betrachters. Die Tattoos sind ein Teil von mir. Der Tanz ist es auch.

Ich habe keine Tatoos und möchte auch keine, aber ich sehe das relativ locker. Etliche sehr bekannte Tribal Fusion Tänzerinnen haben auch Tatoos und es ist einfach der Ausdruck jeder einzelnen Frau.

Mein Fazit

Insgesamt ist mir aufgefallen, dass die meisten das Thema recht entspannt sehen. Anscheinend sind die meisten Tattoos in euren Augen nicht störend. Aber eben auch nur die meisten. Der Großteil der Antworten hat immer noch ein kleines „aber“ versteckt. Aber das Tattoo muss passen. Mmh, das zeigt für mich eigentlich, dass eine bestimmte Toleranz da ist, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein Totenkopf-Tattoo, das über den Kostümrand herausragt wird mir als unpassend genannt. Ich frage mich warum? Wenn uns die Äußerlichkeiten nicht so wichtig sind, warum können wir dann nicht alles, also wirklich alles akzeptieren?

Bellydance Dance oriental Raqs Sharqi Bauchtanz Orientalischer Tanz Photo by André Elbing
Photo by André Elbing

Und wer wirklich bis hierhin gelesen hat, der bekommt als Belohnung noch das Video von dem tollen und ziemlich tätowierten Ballett-Tänzer Sergei Polunin. 🙂

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Comments

  1. Liebe Jo,
    danke für diesen interessanten Beitrag.

    Mir ist etwas aufgefallen und ich zitiere Dich: „Wenn uns die Äußerlichkeiten nicht so wichtig sind, warum können wir dann nicht alles, also wirklich alles akzeptieren?“

    Du fragtest nach Bühnentänzerinnen. Frauen, die mit Auftritten Geld verdienen bzw. sich und den Tanz einer größeren Masse präsentieren. So habe ich das verstanden.
    In diesen Fällen „bewerte“ ich eine Tänzerin anders, als im Tanzsaal oder auf einem internen kleinen Bauchtanzfest. Anders als eine Anfängerin, die ihren ersten Tanz in der Gruppe meistert.
    Hier sind mir Äußerlichkeiten sehr wohl wichtig. Als Zuschauerin, aber auch als Tänzerin/Dozentin, die hauptberuflich vom Tanz lebt. Die Präsentation des Tanzes kann Werbung sein und sein Ansehen stärken (was berufsbedingt schon mein Anliegen ist), aber eben auch abschrecken.

    Wir überschminken Pickel und Narben, tauschen Brillen gegen Kontaktlinsen. Tragen vielleicht nicht unsere Alltagsfrisureb und mehr Schminke als sonst im Gesicht, achten darauf, ob das Kostüm passt, uns steht und zum Tanz gehört.
    Wieso nicht auch ein Tattoo kritisch hinsichtlich „seiner Auftrittstauglichkeit“ betrachten?
    Ein unmögliches Tattoo kann mich genauso stören, wie ein zu kurzer Rock.
    Wobei die Beurteilung natürlich immer im Auge des Betrachters liegt ;).

    Du erwähnst die unterschwelligen „Abers“ in vielen Aussagen (meine ist auch dabei): Das, was ich eben genannt habe, schwingt in „meinem Aber“ mit.

    Beim Tanz auf der Bühne sind Äußerlichkeiten sehr wohl wichtig. Sie gehören zum Gesamtbild, zur Gesamtdarstellung meiner Person als Tänzerin, aber eben auch des Tanzes, den ich präsentiere.
    Liebe Grüße,
    Melanie

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