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Tips für das Choreographieren – Teil I der Raum

April 4, 2018

Jede*r Tänzer*in kommt irgendwann an den Punkt, an dem sie/er nicht mehr nur Fremdchoreographien tanzen möchte, sondern etwas eigenes gestalten möchte. Ich persönlich finde sogar, dass jeder irgendwann an diesen Punkt kommen sollte und Tänzer und Choreographen nicht immer strikt getrennt werden sollten.

Für viele ist dies zu Beginn eine riesige und vielleicht einschüchternde Aufgabe. Leichter wird es, wenn man bestimmtes Handwerkszeug zur Verfügung hat, mit dessen Hilfe das Choreographieren leichter wird.

In der nächsten Artikelserie werde ich euch die Gestaltungsdimensionen von Bewegungs- und Tanzstücken näher bringen, wie sie unter anderem an der Deutschen Sporthochschule in Köln gelehrt werden. Dazu gehören die Bereiche Raum, Zeit, Körper, Dynamik und Bezüge.

Der Aspekt Raum wird von Anfängern oft vernachlässigt. Schnell ist man so mit dem eigenen Körper beschäftigt, dass man gar nicht daran denkt, den gesamten Raum auszunutzen. Dies ist also mein erster Tip.

Der Bereich „Raum“ ist sehr umfangreich. Dazu gehören:

Raumrichtung

In welche Richtung ist der Körper oder die Bewegung ausgerichtet? Möglichkeiten sind: nach Vorne, nach Hinten, zur Seite, zu einer Ecke, zur Decke, zum Boden. In manchen Schulen sind die Raumrichtungen nummeriert, man beginnt vorne mit der Nummer 1, dann geht es im Uhrzeigersinn in die rechte, vordere Diagonale (2), nach rechts (3), in die hintere, rechte Diagonale (4), nach hinten (5), in die hintere, linke Diagonale (6), nach links (7) und in die vordere, linke Diagonale (8).

Bewegungsrichtung

Die Bewegungsrichtung beschreibe ich aus der Sicht der Tänzerin/des Tänzers. Möglichkeiten sind hier vorwärts, rückwärts, seitwärts und diagonal.

Raumwege

Wie gestaltest du die Wege, auf denen du dich bewegst? Gibt es überhaupt welche? Sie können geradlinig oder kurvig sein, auch Ecken oder Wellenlinien sind möglich. Geschlossene Raumwege enden wieder am Startpunkt, wie zum Beispiel bei einem Kreis. Ein Offener Raumweg kann zum Beispiel eine diagonale Linie sein.

Level

Am liebsten befinden wir Tänzer uns meist in der aufrechten Ebene, wie beim Stand. Jedoch wird der Tanz um einiges spannender, wenn andere Ebenen hinzugefügt werden. Dazu gehören Sprünge in der hohen Ebene, Knien, Hocken, Sitzen in der tieferen Ebene und Liegen in der niedrigsten Ebene. Besonders spannend wird es durch die entsprechenden Übergänge.

Bewegungsebene

Die Bewegungsebene beschreibt die Bewegung im Verhältnis zum Körper. Die Frontalebene kann man sich als Scheibe vorstellen, die von Fingerspitzen bis zu den Zehen durch den Körper durch geht, wenn man Arme und Beine seitlich ausstreckt. Denkt an das berühmte Bild von Da Vinci und ihr könnt es euch gut vorstellen. Ich nenne diese Ebene im Unterricht auch Spiegelebene.
Die Saggitalebene verläuft von vorne nach hinten mittig durch unseren Körper.
Die Transversalebene (auch Horizontalebene) ist wie eine Tischplatte, in dessen Mitte sich unser Körper befindet.

Gruppierung

Wie sind die Personen im Raum positioniert? Eher ausgewogen, oder asymmetrisch verteilt? Linien, Kreise, ein Pulk – auch hier gibt es unglaublich viele Möglichkeiten. Es muss nicht immer die Aufstellung in Reihen „auf Lücke“ sein.

So, los geht’s – probiert es aus, nehmt mehr Gestaltungsdimensionen in eure Choreographie mit auf und macht euren Tanz spannender. 🙂 Falls du noch nicht genug hast, hier ist mein Buchtip zum Thema Choreographie. 

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